Der Neubau

Der Neubau
(oder wia da Bräu umbaut hat)

Ihr Leut, Ihr kennt`sn ja ganz gwiß,
an Weißbräu drob´n auf da Rieß,
wo man den schöna Garten hat,
von dem man obi siehgt auf d´Stadt.
Wer drob´n war, der hat´s ja g´seng
des Bier is guat, der Platz is zweng.
Der Bräu hat drum net lang zuagschaut
und hat ans Wirtshaus anibaut.
Net modern, daß ja net stört,
sondern urboarisch wia sich´s g´hört.
Ganz unten drin im neua Bau
der „Weißbier-Keller“ des is a Schau.
A großes G´wölb, mit gschmiede Lamp´n
als wär er allaweil scho g´standn.
De neua Gasträum, de sand ob´n
recht gmüatlich sands, des muas ma lob´n.
Vom Kachlof´n in de Eck´n
bis zu de Balk´n an der Deck´n
vom Hirschgweih bis zum Kruzefix
is oise da, da feit se nix.
A Bräustüberl ham´s a a kloans,
für Bauern, Fischer, Jaga oans,
Damit a jeder Gast der kimmt
sei Platzl suacha kann, des stimmt.
Und weil ma net alles nenna kann
drum geht´s halt hin und schaut´s Euch´s an!
Gar mancher sagt dann voller Freid:
„Des schönste Wirtshaus weit und breit!“

Lothar Andorfer, 16. Dezember 1976